SIA 4028 Klimadaten-Viewer

Stündliche Klimadaten für Bauphysik und Gebäudetechnik

Station i Der Standort, dessen Klimadateien gezeichnet werden. Die vier Stationen der Lieferung unterscheiden sich deutlich: Zürich / Kaserne liegt innerstädtisch, Fluntern am Hang, Kloten und Affoltern am Stadtrand. Die Messreihen sind davon unabhängig und bleiben bei einem Wechsel angewählt.

Parameter i Die dargestellte Klimagrösse. Für 2023 führen die Dateien 24 Grössen, für 2060 nur neun: Bei einer Grösse, die es nur für 2023 gibt, entfallen die Zukunftsszenarien, und über den Diagrammen steht ein Hinweis. Der Taupunkt wird aus Temperatur und Feuchte gerechnet und steht deshalb in beiden Zeitschnitten.

Szenarien i Welche Klimadateien gezeichnet werden. Oben die vier der geltenden Normfassung SIA 4028 (2023 und 2060, je als DRY und 1-in-10), darunter aufklappbar die sechs der früheren SIA 2028. Die frühere Fassung zeichnet gestrichelt, die geltende durchgezogen.

Messungen i Gemessene Jahre aus fünf Stationen, je Quelle aufklappbar. Sie erscheinen als gepunktete Kurven neben den Szenarien und zeigen, wo die Vergangenheit desselben Ortes gegenüber den Szenarien steht. Ein Jahr wird erst beim Anhaken geladen; der Abschnitt erscheint bei Parameter Lufttemperatur und in der Ansicht «Messvergleich».

Ansicht i

Kenngrösse i Welche Tageskennzahl vor dem Streubereich steht: Tagesmaximum, Tagesmittel oder Tagesminimum. Band, Median und Kurven wechseln gemeinsam.

Referenzperiode i Die dreissig Jahre, aus denen der graue Streubereich gebildet wird. 1991–2020 ist die Normalperiode der WMO und die Referenz von SIA 4028, 1981–2010 jene von SIA 2028. Die gleitende Periode rückt jedes Jahr nach und enthält die warmen Jahre bereits, ein heisses Jahr fällt gegen sie also weniger auf.

Zeitraum i Über welchen Ausschnitt des Jahres jeder Balken mittelt: das ganze Jahr, den Sommer oder die Wintermonate. Ein Messjahr erscheint nur, wenn es den Zeitraum zu mindestens 90 Prozent abdeckt.

Bezug i Die Nulllinie, gegen die jedes Messjahr aufgetragen wird: eine der drei Normperioden oder ein Szenario. Gegen ein Szenario gelesen zeigen die Balken, wie viele gemessene Jahre den künftigen Zustand bereits erreicht haben.

Kenngrösse i Welche der drei Energiekennzahlen als kumulierte Jahreskurve gezeichnet wird: Heizgradtage, kumulierte Temperaturdifferenz oder Kühlgradtage. Die Schwellen darunter lassen sich verstellen; Kurve und Tabelle rechnen dann mit den eingestellten Werten.

Waagrecht i Die Grösse auf der waagrechten Achse des Rasters.

Senkrecht i Die Grösse auf der senkrechten Achse. Unter «Alle Diagramme» erscheint das Raster nur, wenn der oben gewählte Parameter auf einer der beiden Achsen liegt.

Gezählt werden die Stunden des Jahres je Wertepaar. Tragen beide Achsen dieselbe Einheit, sind sie gleich skaliert: Die Diagonale ist dann die Sättigung, an der Taupunkt und Lufttemperatur zusammenfallen.

Taupunktschwelle i Ab welchem Taupunkt eine Stunde gezählt wird. Die Balken zeigen danach die Stunden je Monat, in denen der Taupunkt der Aussenluft diese Marke erreicht.

Die Kenntage zählen Tage, an denen das Taupunktmaximum die Schwelle erreicht; hier stehen die Stunden. 16 °C entspricht der üblichen Oberflächentemperatur einer Kühldecke, 18 °C jener thermisch aktivierter Bauteile.

Hitzeschwelle i Ab welcher Tageshöchsttemperatur ein Tag zu einer Hitzeperiode zählt. Die Auswertung darunter nennt je Messjahr die längste Serie, die Zahl der Perioden und die Summe ihrer Tage.

Gezählt werden Serien ab drei aufeinanderfolgenden Tagen. Die Ansicht wertet nur Messreihen aus; die Szenariodateien setzen ihre Monate aus verschiedenen Quelljahren zusammen, sodass eine Periode über den Monatswechsel dort keine beobachtete Dauer wäre.

Zeitfenster (Ortszeit) i Nachtstunden und Temperaturschwelle, nach denen gezählt wird. Die Angaben sind Ortszeit, die Klimadateien laufen dagegen in UTC; umgerechnet wird beim Zählen, sonst träfe das Fenster im Sommer die falschen Stunden.

Gezählt werden die Stunden, in denen die Aussenluft im gewählten Fenster kühler ist als die Schwelle und ein Gebäude damit durch Lüften entwärmt werden kann.

Bezugsfigur i Gegen welche der beiden Grenzlinien die Stunden im unteren Diagramm gezählt werden und welche Grenztemperatur dort auf der rechten Achse steht. Das Kennliniendiagramm darüber zeigt beide Figuren unabhängig davon.

Gezählt werden die Stunden, in denen die Aussentemperatur über der Grenzlinie liegt, in denen Lüften den Raum also nicht mehr darunter halten kann. Bezugsgrösse beider Figuren ist das gleitende Mittel der Aussentemperatur über 48 Stunden. In den Szenariodateien läuft dieses Fenster über den Monatswechsel, wo zwei verschiedene Quelljahre aneinanderstossen; das betrifft rund 560 der 8760 Stunden. Bei den Messreihen tritt es nicht auf.

Aggregation i Der Zeitschritt der Diagramme: Stundenwerte, Tages- oder Monatsmittel. Er entscheidet mit, welche Diagramme erscheinen, denn jedes rechnet auf einer bestimmten Stufe. Die Wahl einer eigenen Ansicht stellt ihn selbsttätig passend ein.

Daten i Schreibt die Werte aller sichtbaren Diagramme samt ihren Auswertungstabellen als CSV-Datei, eine Zeile je Punkt mit Serie, x und y. Die Tabellen werden aus der Seite gelesen, Diagramm und Datei stimmen deshalb zwangsläufig überein.

Erkenntnisse & Hinweise

Klimaentwicklung 2060 (RCP8.5)

  • Jahresmittel +0.8 K (Zürich / Kaserne) bis +1.2 K (Fluntern), DRY 2060 gegenüber 2023
  • Tropennächte Kaserne 15 → 30 Nächte je Jahr (DRY) und 16 → 41 (1-in-10), Sommertage dagegen nur 69 → 70 Tage: Die Nächte erwärmen sich stärker als die Tage
  • Hitzestunden ≥ 30 °C Kaserne: 129 → 175 h (DRY), 213 → 364 h (1-in-10). Höchste Stundentemperatur 36.5 → 38.3 °C
  • Frosttage Kaserne 34 → 26 Tage je Jahr, Fluntern 66 → 34. Eistage fast unverändert (7 → 6 bzw. 17 → 13 Tage)
  • Zürich / Kaserne im Jahr 2060: 12.20 °C Jahresmittel und 17 Hitzetage auf dem Klimaschutzpfad RCP2.6 der früheren Normfassung, 13.29 °C und 29 Hitzetage bei RCP8.5

Beobachtete Entwicklung 1981–2026

  • Jahresmittel Fluntern 9.02 → 10.70 °C, Kloten 9.05 → 10.76 °C, Affoltern 8.96 → 10.76 °C (Zehnjahresmittel 1981–1990 gegen 2016–2025), also +1.7 bis +1.8 K
  • Stampfenbach liegt rund 1.6 K über den drei Messnetzstationen Fluntern, Kloten und Affoltern, der Wärmeinseleffekt der Innenstadt. Die einen Kilometer entfernte Kaserne misst dasselbe: beide 12.37 °C im Mittel 2016–2025
  • Taupunkttage Fluntern: ≥ 16 °C von 23 auf 39 Tage je Jahr, ≥ 18 °C von 3 auf 10 Tage (Zehnjahresmittel 1981–1990 gegen 2016–2025)
  • Die fünf wärmsten Jahre in Stampfenbach liegen alle nach 2017, Jahresmittel: 2022 mit 13.29 °C, 2023 mit 13.23 °C, 2018 mit 12.77 °C, 2024 mit 12.72 °C, 2020 mit 12.70 °C

Methodik

  • Alle Zeitreihen sind auf das Jahr 2024 normiert, allein für die gemeinsame X-Achse
  • DRY = Design Reference Year, ein typisches Jahr aus Monaten verschiedener Quelljahre. Das 1-in-10-Szenario setzt einen Sommer daneben, wie er statistisch einmal in zehn Jahren vorkommt: April bis Oktober stammen aus einem einzigen warmen Jahr, der Winter ist mit DRY identisch. Frost- und Eistage fallen deshalb in beiden gleich aus
  • Sprünge im Jahresgang sind gemessenes Wetter und kein Fehler: Die Monate eines Szenariojahrs stammen aus verschiedenen realen Jahren, ein kühler August kann also direkt auf einen heissen Juli folgen
  • RCP8.5 ist der Emissionspfad ohne wirksamen Klimaschutz, RCP2.6 jener, der die Erwärmung begrenzt. Die geltende Normfassung SIA 4028 führt nur RCP8.5, die frühere SIA 2028 beide
  • Kenntage zählen Tage nach dem Tagesextremum der Lufttemperatur: Sommertag Maximum ≥ 25 °C, Hitzetag ≥ 30 °C, Tropennacht Minimum ≥ 20 °C, Frosttag Minimum < 0 °C, Eistag Maximum < 0 °C, Taupunkttag Taupunktmaximum ≥ 16 bzw. 18 °C
  • Der Taupunkt wird aus Lufttemperatur und relativer Feuchte gerechnet, weil die Dateien für 2060 keine Taupunktspalte führen. Die Schwellen 16 und 18 °C stehen für Kühldecke und thermisch aktiviertes Bauteil: Darüber fällt an der Oberfläche Kondensat an
  • Die Referenzperiode des Klimabands ist wählbar: 1991–2020 (SIA 4028), 1981–2010 (SIA 2028) oder die letzten dreissig Jahre. Die letzte Wahl rückt jedes Jahr nach und enthält die warmen Jahre bereits, ein heisses Jahr fällt gegen sie also weniger auf: Fluntern 2025 liegt gegenüber 1991–2020 an 26 Tagen über dem 95. Perzentil, gegenüber den letzten dreissig Jahren nur an 20 Tagen
  • Die zuschaltbaren Szenarien der früheren Normfassung SIA 2028 zeichnen gestrichelt. Für 2060 RCP8.5 enthalten beide Normfassungen dieselbe, unveränderte Datei: Dort liegt die gestrichelte Kurve genau auf der durchgezogenen und ist deshalb kaum zu sehen. Sie fehlt nicht

Messquellen

  • SMN Fluntern (SMA), Kloten (KLO) und Affoltern (REH), Stundenwerte 1981–2026, aus dem Messnetz SwissMetNet der MeteoSchweiz
  • UGZ Stampfenbachstrasse, Stundenwerte 1992–2026, Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich. Die Reihe beginnt am 30. Juni 1992
  • NABEL Zürich / Kaserne (ZUE), Stundenwerte 2000–2026, aus dem Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe des Bundesamts für Umwelt. Als einzige Quelle ohne Feuchte, dort bleibt der Taupunkt unbestimmt
  • Alle Quellen stehen bei jeder Station zur Verfügung; ein Messjahr wird erst beim Anhaken geladen

Quellen & Links

  • MeteoSchweiz (Hrsg.) 2025: Bereitstellung der Klimadaten für Bauphysik, Energie- und Gebäudetechnik (SIA 4028). Frühere Fassung: MeteoSchweiz (Hrsg.) 2021, Klimadatensätze in Ergänzung zu SIA 2028
  • Messwerte: MeteoSchweiz SwissMetNet über data.geo.admin.ch (CC BY), UGZ über Open Data Zürich (CC0), BAFU über die Datenabfrage NABEL
  • MeteoSchweiz: Klimadaten SIA 4028 · Applikation Baunormen · Espazium: Neue Klimadaten SIA
  • Daten CC BY 4.0, Programmcode MIT-Lizenz
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